Archiv der Kategorie 'commons'

Das Kommunistische – inkl. download!

Soeben ist im VSA-Verlag ein feines Buch erschienen: Das Kommunistische – oder: Ein Gespenst kommt nicht zur Ruhe. Die AutorInnen Bini Adamczak, Lutz Brangsch, Michael Brie, Massimo De Angelis und Friederike Habermann loten dabei die historischen & theoretischen Parameter des „Kommunistischen“ aus, vom Urkommunismus bis zur PKK, von der Sowjetuntion bis zur Commonsdebatte! Und das Beste ist: Das Buch ist als freier Download erhältlich! Ein kleiner Vorschein auf den kommenden Kommunismus …

Soziale Offensive ist mehr als Umverteilung

Die Interventionistische Linke (IL) hab soeben einen Beitrag veröffentlicht: Für eine soziale Offensive. Solidarity for all
Darin wird die gegenwärtige Situation – vor allen in Deutschland – analysiert, nicht zuletzt die gegenwärtige Renaissance des Rassismus. Das „Neue Deutschland“ berichtet allerdings über eine Studie, die dem gegenüber auf eine relativ breite „humanistische Mehrheit“ schließen lässt.

Mein Hauptproblem mit dem Text sind allerdings die Schlussfolgerungen der IL, in denen eine Art programmatische Perspektive entworfen wird. In diesem zweiten Teil des Textes findet sich ein Plädoyer für eine offensive Politisierung der sozialen Frage. Allerdings wird diese primär unter dem Begriff der Verteilung bzw. Verteilungsgerechtigkeit verhandelt. Dem ist zwar prinzipiell nicht zu widersprechen, eine völlige Ausrichtung linker bzw. linksradikaler Politik entlang der Achse „Aneignung – Verteilung“ führt jedoch zu einer Ausklammerung der meines Erachtens zentralen Frage nach den Bedingungen (und Grenzen) der Produktion sozialen Reichtums. Dies ist aus zwei Gründen problematisch: Zum einen reduziert sich die Frage nach einem Systemwechsel in Richtung eines „Guten Lebens für Alle“ auf die Verteilung des bereits Produzierten und desartikuliert somit die grundlegende Frage nach der Sinnhaftigkeit kapitalistischer Produktion, zum anderen rückt die Frage nach den ökologischen Implikationen unseres Wirtschaftssystems aus dem Blick.

Eine soziale Offensive darf jedoch meines Erachtens weder auf die Beschränkungen unserer Umwelt (Stichworte: Klimawandel, Ressourcenverbrauch, Nahrungsmittelproduktion) als auch auf Fragen demokratischer Entscheidung über das „Ob“ und „Wie“ der Produktion von Gütern und (sozialen) Dienstleistungen (Stichwort: Produktion nach Bedürfnissen statt nach Profit, Veränderbarkeit von Bedürfnissen, Care-Revolution, gutes Leben ist mehr als Konsumieren, Commons) vergessen. Das bedeutet auch: Eine soziale Offensive muss die Kritik des Wachstumsfetischs auf die Tagesordnung setzen! Die politische Praxis der IL – ihre Auseinandersetzung mit Care-Arbeit, „Castor schottern“ oder „Ende Gelände“ – weist genau in diese Richtung und ist diesbezüglich den in „Für eine neue sozialen Offensive“ artikulierten Vorschlägen bereits voraus. Immerhin besser als umgekehrt.

Silvia Federici über die Entstehung des kapitalistischen Patriarchats!

„Wir betrachteten „Lohn für Hausarbeit“ als die ungerechte, ungleiche sozial-geschlechtliche Arbeitsteilung grundlegend destabilisierend und untergrabend. Im gewissen Sinne erfüllte es dieselbe Funktion, die die Revolte gegen die Sklaverei erfüllt hatte. Wir sagten immer, dass es einen wichtigen Unterschied zwischen dem Kampf der Sklav_innen für die Bezahlung ihrer Arbeit und dem Kampf der Arbeiter_innen für höhere Löhne gibt. Die Forderung „Lohn für Hausarbeit“ enthüllt eine ganze soziale Architektur, die extrem wirkmächtig darin war, die Spaltung zwischen Menschen zu erhalten und einem Teil von ihnen eine riesige Menge unbezahlter Arbeit zuzumuten.“

Yeah! kritisch-lesen.de hat ein Interview mit Silvia Federici übersetzt. Sozusagen als Nachtrag zum internationalen Frauenkampftag!

Bauhaus? Beinhaus? Benjamin unlimited!

Der sowieso supertolle Blog The Charnel-House mit dem supertollen Untertitel „From Bauhaus to Beinhaus“ ist jetzt noch toller, weil er nämlich Walter Benjamins Gesammelte Schriften auf Deutsch und Englisch zur Verfügung stellt! Wissensteilung galore!

Wir haben es satt! Zeitung zur Agrarwende

Das agrarpolitische Bündnis „Wir haben es satt“ hat im Februar die Agrarwende eingeläutet – und eine feine Zeitung, die „BauernPost“ präsentiert, die aus der Perspektive des Jahres 2020 aufzeigt, wie eine solidarische, demokratische und zukunftsfähige Landwirtschaft auf den Weg gebracht werden kann!

Lefebvres „Recht auf Stadt“ endlich auf Deutsch!

Henry Lefebvres grundlgender Text „Recht auf Stadt“ ist nun erstmalig in deutscher Übersetzung bei Nautilus erschienen! Übrigens: Die Nummer 60 der Zeitschrift dérive hatte ebenfalls einen Lefebvre-Schwerpunkt und sei an dieser Stelle ebenfalls ausdrücklich empfohlen!

Wissensteilung radikal!

Eine russische Forscherin hat mehr als 48 Millionen(!!!) wissenschaftliche Artikel online gestellt – und ist der gerichtlichen Aufforderung, sie vom Netz zu nehmen, nicht nachgekommen. Das ist Wissensteilung!

BGE & Degrowth-Konferenz in Hamburg

Am 19. und 20. Mai findet in Hamburg eine Konferenz statt, die zwei der wohl wichtigsten politischen Themenfelder der Gegenwart miteinander verbindet: Wachstumskritik und das bedingungslose Grundeinkommen. Bis 29.2. ist der Open Call geöffnet, für alle die sich mehr als nur als BesucherInnen einbringen möchten

Studie über Solidarische Ökonomie in Österreich

Andreas Exner hat eine ausführliche Studie zu solidarischer Ökonomie in Österreich verfasst. Sie gibt einen sehr guten Überblick über die solidarisch-ökonomischen Aktivitäten und Initiativen in Österreich, aber auch über Grenzen und Schwierigkeiten nicht profitorientierten Wirtschaftens in einer kapitalistischen Gesellschaft.

Augustin: Von der Zielpunktpleite zum Konsum 2.0

Mein Artikel aus dem Augustin zur Causa Zielpunkt – und zu Lebensmitteln als Ware.

Alain Badiou über Gott, Welt & Kommunismus

„Ich bin überhaupt nicht engagiert im antireligiösen Kampf. Deshalb werde ich in Frankreich auch immer wieder der Schwäche verdächtigt. Ich bin für die Toleranz gegenüber religiösen Menschen. Alles hängt natürlich von den politischen Positionen ab, die sich aus der Religion ergeben. In Frankreich bin ich bekannt dafür, dass ich die heute vorherrschende Verwendung des Begriffs Laizität als reaktionär kritisiere.“

Ausführliches Interview mit Alain Badiou, wiedergegeben auf dem tollen Blog theoriekritik.ch.

Kapitalozän überwinden!

Spannender Artikel aus Le Monde diplomatique über die Erde im Kapitalzeitalter. Er plädiert für eine wichtige Akzentverschiebung: Wir sollten nicht von Anthropozän sprechen, also von der Ära, in der der Mensch zum alles bestimmenden Faktor unserer Welt geworden ist, sondern vielmehr die Zentralität des Kapitalverhältnisses erkennen – nicht zuletzt um es übewinden zu können. Ein wichtiger Beitrag von Christophe Bonneuil zur noch immer – auch in der Linken – unterbelichteten Rolle gesellschaftlicher Naturverhältnisse!

Silvia Federici: Caliban und die Hexe (Audio)

Wer damals die Caliban und die Hexe-Präsentation von Silvia Federici in Wien versäumt hat, es gibt einen feinen Audio-Mitschnitt (engl.)!

Negri & Demirovic über Laclau & Populismus

Ein Muss: Toni Negris kritische Laclau-Analyse & Alex Demirovic´ kritische Negri-Analyse!
Die Zeitschrift Luxemburg ist übrigens vollständig online abrufbar!

Gesamte Raiffeisen-kritische Serie aus dem „Augustin“ online!

Die Zeitung Augustin, hat sämtliche Artikel der Raiffeisen-kritischen Serie online verfügbar gemacht! Sie wurde 2010 von Lutz Holzinger und Clemens Staudinger ins Leben gerufen, nach dem Tod von Lutz im Februar 2014 durfte ich einspringen.

Studiert workerscontrol.net!

Die Empfehlung des Tages: Das mehrsprachige & internationale Portal workerscontrol.net ist ein wahres Schatzkästchen des Klassenkampfes von unten. Rubriken in, von & zu verschiedenen Sprachen, Weltgegenden, TheoretikerInnen u.v.a.m.
Ob rätekommunistische Theoriedebatten oder Fabriksbesetzungen in Argentinien, historisch-kritische Analysen der jugoslawischen ArbeiterInnenselbstverwaltung oder der neue heisseste Scheiss von Toni Negri, alles da!

Text zu „autoriduzione“ im Turin der 70er

Spannende Wiederveröffentlichung eines Text über die selbstermächtigte kollektive Reduktion von Preisen für soziale Dienste in Italien Mitte der 1970er Jahre. Das werden wir noch brauchen …
http://www.trend.infopartisan.net/trd0513/t060513.html