Archiv der Kategorie 'politik'

1968 in Japan

Langer, instruktiver Artikel auf Englisch zu 1968 in Japan auf libcom.org – inkl. guter Analyse der ökonomischen Entwicklung der Zeit.

Fußball & 1968

„Im Fußball wurde 1968 die Welt nicht verändert, doch was 1968 die Welt veränderte, kam auch im Fußball an – als Proteste auf den Rängen, als Forderung nach demokratischen Strukturen und als Wunsch, große Spieler mögen auch große Revolutionäre sein.“

Die aktuelle Ausgabe des österreichischen Fußballmagazins „ballesterer“ behandelt 1968 im Fussball – hier schon mal ein Vorgeschmack von Mareike Boysen und Nicole Selmer. Empfehlung!

Die 68er: Neuerscheinung bei VSA!

„Die Studentenbewegung der» 68er« war ein markanter Einschnitt in der Nachkriegsgeschichte der Bundesrepublik. Demokratisierung und Politisierung waren ihre Parolen, wissenschaftliches Hinterfragen, theorieerfülltes Argumentieren und antiauto­ritäres Agieren ihre Kennzeichen. Die Beteiligten wollten die Demokratie und das politische Denken neu begründen – diesmal von unten. Die Themen und Motive reichten von der Kulturrevolution über Kapitalismuskritik bis zum Wandel der Öffentlichkeit. Vielfalt kennzeichnet auch ihre historische Interpretation.“

In Bälde erscheint ein von Knut Nevermann herausgegebener Band zu Motivationen der 68er-Bewegung und ihren Auswirkungen bis in die Gegenwart.

8 Thesen zum Neo-Sozialismus

Klaus Dörre präsentiert auf dem Portal theoriekritik.ch 8 Thesen zum Neo-Sozialismus. Wie so vieles auf theoriekritik überaus bedenkens- und diskutierenswert!
PS: So zum Beispiel dieser Text über den Namen Lenin
PPS: Oder in eigener (Verlags- bzw. Rolsdolsky)Sache

Geschichte des Operaismus


Sergio Bologna schreibt auf der hiermit nachdrücklich empfohlenen marx200-Geburtstagsseite über die Geschichte des italienischen Operaismus.

Martin Birkner / Thomas Seibert (Hg.): Kritik und Aktualität der Revolution


Rechtzeitig zum hundertsten Jahrestag der Oktoberrevolution erschien der Band, in dem linke TheoretikerInnen sich der Frage stellen, ob und inwiefern eine revolutionäre Umwälzung heute noch möglich und sinnvoll ist.
Mit Beiträgen von: Ulrich Brand, Rita Casale, Dennis Eversberg, Silvia Federici, Clarire Fontaine, Michael Hardt & Sandro Mezzadra, Isabell Lorey, Gerald Raunig, Karl Reitter, Thomas Seibert und Gerold Wallner.
Hier Vorwort und Inhaltsverzeichnis.

Rezension zu Mezzadra/Neumann: Jenseits von Identität und Interesse

Eine etwas längere Rezension von Sandro Mezzadras und Marion Neumanns „Jenseits von Identität und Interesse“, erschienen in der Volksstimme (Dezember 2017). Der Beitrag setzt sich mit der falschen Gegenüberstellung von Identitäts- und Klassenpolitik auseinander, die ja seit der „Eribon-Debatte“ die Diskussion der deutschsprachigen Linken dominiert.

Rezension zu Michael Brie: Lenin neu entdecken!

Für analyse & kritik 632 (November 2017) habe ich das kleine, aber feine Buch von Michael Brie, „Lenin neu entdecken“ rezensiert. Hier die Urversion der Besprechung, aber ak will und soll natürlich auch abonniert werden: https://www.akweb.de/service/

Nancy Fraser gegen den progressiven Neoliberalismus

In den Blättern für deutsche und internationale Politik 2/17 findet sich ein äußerst instruktiver Text von Nancy Fraser. Sie zeigt, warum es für die dringend notwendige Erneuerung der Linken einen Bruch mit dem „progressiven Neoliberalismus“ braucht. Ihr Blick ist dabei zwar einer von oben, d.h. soziale Bewegungen und Klassenkämpfe existieren wenn, dann nur als Fußnogen. Dennoch benennt sie zentrale Parameter linker Erneuerung: Sie muss die soziale Frage ins Zentrum rücken und den Bruch mit den neoliberalen Varianten von Diversitäts- und Antidiskriminierungspolitik wagen, ohne den Kampf gegen Rassismus und Sexismus aufzugeben; vielmehr ist dieser Bruch erst die Voraussetzung für ein erfolgreiches umfassendes Linkes Projekt. Dass die Organisationsfrage und das Verhältnis von Organisationen und sozialen Massenbewegungen unterbelichtet bleibt, ist zwar ein Problem, beschädigt aber ihre Argumente nicht.

Nancy Fraser: Für eine neue Linke

Neue PROKLA zu „Religion, Politik & Ökonomie“

Die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift „Prokla“ beschäftigt sich auf vielfältige Weise mit dem Verhältnis von Religion bzw. Religiosität zu Politik und Ökonomie. Außerdem findet sich in der Ausgabe die bedenkenswerte Antwort von Mario Candeias auf Dario Azzellini zur Frage des Verhältnisses von linken Parteien und sozialen Bewegungen. Hier das Editiorial.

Oscar Romero – presente!

„Romero explicitly stood with the poor and vulnerable against the wealthy and powerful, and demanded that his followers do the same. In words and deeds, Romero professed his faith not just in the teachings of the church, but in the values he hoped would come to shape his country. He advocated a radical society for El Salvador that placed the abolition of social injustice, economic inequality, and violence at the center of spiritual practice.“
Guter Artikel in „Jacobin“ über die Heiligsprechung des 1980 ermordeten linken Bischofs Romero, und warum es gut wäre, sich im heutigen El Salvador nicht nur an sein spirituelles, sondern auch an sein sozialrevolutionäres Wirken zu erinnern.

Kommunistische Moderne statt Integration. Badiou im Interview

„Mein Vorschlag ist die kommunistische Moderne, die nicht die Diktatur des Privateigentums bedeutet.“ Gutes Interview mit Alain Badiou in der Zeitschrift „Freitag“, über Rechtspopulismus, die Flüchtlingsfrage und „den Westen“.

Das Kommunistische – inkl. download!

Soeben ist im VSA-Verlag ein feines Buch erschienen: Das Kommunistische – oder: Ein Gespenst kommt nicht zur Ruhe. Die AutorInnen Bini Adamczak, Lutz Brangsch, Michael Brie, Massimo De Angelis und Friederike Habermann loten dabei die historischen & theoretischen Parameter des „Kommunistischen“ aus, vom Urkommunismus bis zur PKK, von der Sowjetuntion bis zur Commonsdebatte! Und das Beste ist: Das Buch ist als freier Download erhältlich! Ein kleiner Vorschein auf den kommenden Kommunismus …

G.M. Tamas in Wien! „Solidarity & Capitalism: Is Solidarity Just a Dream in a Reified Society?“

Der ungarische marxistische Philosoph G.M. Tamas spricht am 14. April in Wien am Institut für die Wissenschaften vom Menschen über Interessen, Leidenschaften und ihrer Rolle in kapitalistischen Gesellschaften – und möglicherweise auch danach. Empfehlung!

Für eine „ultraeuropäische“ linke Offensive …

„Die griechische Niederlage ist in Wahrheit eine Niederlage der europäischen Linken gewesen und verweist insofern auf die Notwendigkeit einer kontinentalen Offensive – nicht auf die Notwendigkeit einer Renationalisierung linker Strategie.“
Sandro Mezzadra und Mario Neumann zeichnen in der Zeitschrift „Luxemburg“ die Eckpunkte einer europäischen Perspektive der Linken.

Soziale Offensive ist mehr als Umverteilung

Die Interventionistische Linke (IL) hab soeben einen Beitrag veröffentlicht: Für eine soziale Offensive. Solidarity for all
Darin wird die gegenwärtige Situation – vor allen in Deutschland – analysiert, nicht zuletzt die gegenwärtige Renaissance des Rassismus. Das „Neue Deutschland“ berichtet allerdings über eine Studie, die dem gegenüber auf eine relativ breite „humanistische Mehrheit“ schließen lässt.

Mein Hauptproblem mit dem Text sind allerdings die Schlussfolgerungen der IL, in denen eine Art programmatische Perspektive entworfen wird. In diesem zweiten Teil des Textes findet sich ein Plädoyer für eine offensive Politisierung der sozialen Frage. Allerdings wird diese primär unter dem Begriff der Verteilung bzw. Verteilungsgerechtigkeit verhandelt. Dem ist zwar prinzipiell nicht zu widersprechen, eine völlige Ausrichtung linker bzw. linksradikaler Politik entlang der Achse „Aneignung – Verteilung“ führt jedoch zu einer Ausklammerung der meines Erachtens zentralen Frage nach den Bedingungen (und Grenzen) der Produktion sozialen Reichtums. Dies ist aus zwei Gründen problematisch: Zum einen reduziert sich die Frage nach einem Systemwechsel in Richtung eines „Guten Lebens für Alle“ auf die Verteilung des bereits Produzierten und desartikuliert somit die grundlegende Frage nach der Sinnhaftigkeit kapitalistischer Produktion, zum anderen rückt die Frage nach den ökologischen Implikationen unseres Wirtschaftssystems aus dem Blick.

Eine soziale Offensive darf jedoch meines Erachtens weder auf die Beschränkungen unserer Umwelt (Stichworte: Klimawandel, Ressourcenverbrauch, Nahrungsmittelproduktion) als auch auf Fragen demokratischer Entscheidung über das „Ob“ und „Wie“ der Produktion von Gütern und (sozialen) Dienstleistungen (Stichwort: Produktion nach Bedürfnissen statt nach Profit, Veränderbarkeit von Bedürfnissen, Care-Revolution, gutes Leben ist mehr als Konsumieren, Commons) vergessen. Das bedeutet auch: Eine soziale Offensive muss die Kritik des Wachstumsfetischs auf die Tagesordnung setzen! Die politische Praxis der IL – ihre Auseinandersetzung mit Care-Arbeit, „Castor schottern“ oder „Ende Gelände“ – weist genau in diese Richtung und ist diesbezüglich den in „Für eine neue sozialen Offensive“ artikulierten Vorschlägen bereits voraus. Immerhin besser als umgekehrt.

„Razem“ – Neue Linke in Polen

Sebastian Reinfeldt hat für die aktuelle Ausgabe von analyse & kritik zwei Aktivisten der neuen linken polnischen Partei „Razem“ („Gemeinsam“) interviewt. Razem hat bei den Wahlen im vergangenen Herbst mit 3,6% einen Achtungserfolg eingefahren.